16. Juni 2010

Aus dem exzentrischen WM-Studio (4)

¡Vaya mierda! — Jetzt haben meine Spanier doch tatsächlich gegen die Schweizerkäsekicker rund um den hitzigen Ottmar verloren. Wirklich alles, was fußballerisch dazu zu sagen ist, hat schon der St. Burnster im Studio nebenan in acht kurzen Lemmata zusammengefasst. Weil aber aller guten Negerlein Dinge elf sind in diesen Zeiten, füge ich drei weitere, eigene Beobachtungen hinzu:

9. - Minute 17, Spanien zieht vom Leder, die Kugel rast aufs Tor zu, biegt kurz davor rechts ab und rasselt volle Granate in eine Batterie von zehn oder zwanzig Spiegelreflexkameras, die hinter dem Tornetz der Schweizer aufgereiht stehen wie Zinnsoldaten. Ohne Fotografen dahinter. Einfach so auf dem Boden. Optik in Richtung Spielfeld. Was machen die da? Sind das erste Repräsentanten der Künstlichen Intelligenz? Mietchinesen?

10. - Ich weiß schon, warum die Schweizer gegen die übermächtig anrennenden iberischen Sturmtruppen gewonnen haben. Fragen Sie doch mal den Verzückungsbereiten ...

11. - Bafana bafana sind raus. Heute 0:3 und in einer Woche ohne Stammtorwart gegen die Franzmänner. — Sehr schade.

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Rechnen Sie am Donnerstag nicht mit meinem exzentrischen Erscheinen. Ich gebe mich jetzt der Trunksucht hin. — Buenas noches.

Aus dem exzentrischen WM-Studio (3)

Da bin ich doch gestern Abend, nachdem mich die vielbeinige Schlafmittelwerbung unter Beteiligung einer knappen Hundertschaft von Neuseeländern, Slowaken, Ivorern, Portugiesen, Brasilianern und Koreanern in hypnotische Tagesschlafstarre versetzt hatte, gerade noch rechtzeitig aufgewacht, um nicht das fußballerische Großereignis des Tages zu versäumen: diese modische Wahnsinnskutte, den martialischen Kampfmantel mit Tellerminenknöpfen des brasilianischen Trainers Dunga!

(Übrigens auch nicht von schlechten Eltern: Kahns Kommentatorenkluft im besten »Black Vokuhila«-Look. Fußball kann so ästhetisch sein.)

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Und jetzt entschuldigen Sie mich bitte. Ich habe gleich eine öffentliche Verabredung mit der spanischen Nationalelf und meinem Lieblingsspieler, dem Francesc Fàbregas ...

15. Juni 2010

Aus dem exzentrischen WM-Studio (2)

Ich weiß nicht, wie es Euch geht. Mich versetzt Vuvuzela-Brummen in zwanghaften Sprachrausch. Echt jetzt.

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Seit gestern Abend wissen wir: die italienischen Rumpelfüßchen sind die wahren Erben der deutschen Fußballkrankheit. Nachdem die deutsche Elf beinahe schon brasilianisch aufgespielt hatte – sogar einschließlich südamerikanischer Flugversuche! –, schlich die Squadra Azzurra gestern derartig lahmarschig durch den südafrikanischen Eisregen in Kapstadt, dass Ihnen sogar Bernd Schuster problemlos in nur einer Halbzeit die Schuhe neu besohlen hätte können. Die Tifosi saßen dabei in original gelben Friesennerzen auf den Rängen und übten sich in original deutscher Ausdruckslosigkeit. Umkehr der Temperamente? Ist es wahr, dass München die heimliche Hauptstadt Italiens ist?

Von der italienischen Krankheit profitiert haben auf jeden Fall die Paraguateken, Paraguayaner, Paraguatten ... äh: Paraguayer oder Paraguayos. Wenn deren Torhüter nicht so ein Eiergoalie wäre, hätten die das Spiel nämlich glatt gewonnen. Nach dem Unentschieden wird aber wenigstens mein Pizzabäcker den Dienst aufrecht erhalten, statt den Rest der WehÄmm im Dauergrapparausch zu verleben. Hat also alles auch sein Gutes.

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Und die Spieler der anderen Nationen heißen:
  • Ghanaer und nicht etwa Ghanesen wie im Englischen,
  • Honduraner und nicht etwa Hondurer,
  • Ivorer und nicht etwa Elfenbeinküster,
  • Kameruner, genau wie das norddeutsche Gebäck oder die ostdeutsche Erdnuss,
  • Nigerianer und nicht etwa Nigerier,
  • Slowaken und nicht etwa Slowakier,
  • Slowenier, denn ein Slowene ist Angehöriger einer Ethnie,
  • Uruguayer, analog zu den Paraguayern
Diesen Klugschiss entnahm ich übrigens großenteils dem Duden Newsletter. Und Ihr könnt damit jetzt am Stammtisch oder auf der Public Viewing Area glänzen. — Petri Heil!

14. Juni 2010

Aus dem exzentrischen WM-Studio (1)

Für andere mag das Fußball sein.
Für mich ist es Jazz.

(Ahoi!)

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Hiermit verleihe ich dem deutschen Team in Südafrika feierlich die begehrte Trophäe der Gelben Schwalbe. Die Gelbe Schwalbe erhalten nur ausgewählte Fußballmannschaften, deren Spieler die gelungensten Flug- und Segeleinlagen zur Schau stellen, an denen gegnerische Spieler nicht körperlich beteiligt waren.

Zweifellos gebührt dem Team von Schland!™ diese Auszeichnung für Ihren Auftritt in der ersten Spielrunde: Herr Özil bohrte sich bereits in der 12. Spielminute derart gekonnt in die Grasnarbe, dass sein Auftritt erst achtzig Minuten später von Herrn Cacau getoppt werden konnte; das farbige Maskottchen Deutschlands in Südafrika wurde durch stehende Ovationen für einen Salto aus vollem Lauf geehrt, den er für Feindberührung ausgeben wollte.
In beiden Fällen war auch Herr Rodriguez, der Mann in Gelb-schwarz (Achtung, an dieser Stelle keinerlei politische Relevanz!), sehr beeindruckt von den schauspielerischen Leistungen der deutschen Akteure, und wedelte mit einem gelbfarbenen Kärtchen; wohl um uns zu Hause vor dem Bildschirm darauf hinzuweisen, dass hier ernst zu nehmende Kandidaten für die Gelbe Schwalbe agiert hatten.

Herrn Rodriguez Aufmerksamkeit entgangen war leider der mehrfache, außerordentlich stimmungsvolle Einsatz von Herrn Khedira im Strafraum der Socceroos. Wie eine Silberkugel im Pinballautomaten pufferte er zwischen mehreren gegnerischen Spielern hin und her, um sich schließlich wehklagend zu Boden zu werfen und vorwurfsvoll in Richtung Schiri zu gestikulieren.

In der Summe sind die Leistungen der deutschen Mannschaft über jeden Zweifel erhaben und fraglos die Gelbe Schwalbe wert. Ihr seid die Gewinner unserer Herzen! Auch wenn das australische Team numerisch mit einer Roten Karte natürlich besser dasteht.

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Habe dann noch mit meiner zehnjährigen Tochter ein wenig um Australien geweint, weil das doch ungerecht ist, null zu vier. Oder?

11. Juni 2010

Schmierige Sarrazynismen

Jetzt dreht Sarrazin total durch. Vor hessischen Unternehmern warnte er, Deutschland werde durch Zuwanderer aus muslimischen Ländern durchschnittlich dümmer. Mir albträumt, dass er nun, wo er wohl kaum mehr einem Rauswurf aus der Budesbank entkommen wird können, von Ihro Merkwürden ins Schloss Bellevue entsorgt werden könnte. Nach dem Motto: Mit Wulff klappt das nicht, aber der Gauck muss unbedingt verhindert werden.

Und inzwischen schwappt schon ein halber Gigaliter Öl im Golf von Mexiko herum und hinaus in den Golfstrom, aber Leuten wie dem Sarrazin fällt nichts besseres ein, als rassistischen Bockmist zu verbreiten.

Ich kann mir nicht helfen, aber unsere Sommermärchenlöcher werden irgendwie immer hässlicher.

9. Juni 2010

He Said Captain

... I said what.
He said captain,
I said what.
He said captain,
I said what d'ya want!

He said captain?
I said Lahm.
He said captain?
I said Gauck ...

(Unbedingt unterschreiben.)

 

Zum exzentrischen Manifest Briefmarke bitte nicht vergessen! Exzentrisch syndizieren!

Sein oder nicht sein?

Ich bin der Exzenter.
Und wer sind Sie?

Das haben aber Sie gesagt!

Na ja, schön oder...
Na ja, schön oder unschön, wie man es nimmt....
Exzenter - 20. Juni, 00:43
Dafür hab ich zwar...
Dafür hab ich zwar nicht gebetet, aber schön...
raptureready - 19. Juni, 21:30
In der Tat: Mit Deinem...
In der Tat: Mit Deinem Kommentar liegst Du ein ganz...
Exzenter - 16. Juni, 17:13
Das hat jetzt zwar nichts...
Das hat jetzt zwar nichts mit mit diesem Beitrag zu...
raptureready - 16. Juni, 14:02
Wie Recht Sie haben
..., Frau Arboretum. Im Vergleich zu den Angelsachsen...
Exzenter - 16. Juni, 13:11
Schade, dass die Tibeter...
Schade, dass die Tibeter nie an der Fifa-WM teilnehmen...
arboretum - 15. Juni, 22:36
Vielen Dank
... Frau Rippchen für die grandiose Unterstützung....
Exzenter - 10. Juni, 00:16

Gehen Sie doch weg!

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